Alt, selten und teuer: die Whikeys aus der Premiumklasse
Was macht aus einem Whisky einen Luxuswhisky, für den man tief in die Tasche greifen muss, aber nur allzu gern bereit ist, mehr auszugeben? Es gibt mehrere Faktoren, die sich auf den Preis von Whiskys auswirken – unabhängig davon, ob es sich um Scotch Whisky aus Schottland, Irish Whiskey aus Irland oder Rye und Bourbon Whiskey aus den USA handelt. Ein Premium Whiskey ist in allen Fällen von sehr hoher Qualität gekennzeichnet. Außerdem ist edler Whisky gleichzeitig auch fast immer ein alter Whisky. Man kann sogar von folgender Annahme ausgehen: Je älter ein Whisky, desto teurer (besser und gefragter) ist er.
Die Reifelagerung ist für Whisky essenziell. Viele Whiskybrennereien aus Schottland beginnen ihr Sortiment mit einem 12 Jahre gelagerten Scotch, der das Einstiegslevel und gleichzeitig oft das Aushängeschild oder das am meisten verkaufte Produkt des Herstellers darstellt. Er ist etwas für den Anfänger, für das Mixen von Longdrinks und Cocktails und für den regelmäßigen, günstigen Genuss. Im Gegensatz dazu steht höherpreisiger Whiskey für ein sehr hohes Niveau, komplexe Züge und Premium-Qualität und ist somit etwas für Kenner und Feinschmecker. Er wird fast niemals gemixt, sondern "on the rocks" oder noch besser pur getrunken, und das in kleinen Mengen stilecht im Nosingglas. Manche heben sich edle Whiskeys für die besonderen Momente im Leben auf oder kaufen sie als luxuriöses Spirituosengeschenk.
Wie alt sind denn nun teure Whiskeys? Es gibt kein wirkliches Mindestalter, das durchweg genutzt werden kann. Für viele fängt das gehobene Preissegment bei einem Reifegrad von 25 Jahren an, wobei der eine oder andere nur knapp zwei Jahrzehnte gereifte Scotch auch schon relativ hochpreisig sein kann. Eine Grenze nach oben existiert nicht. Es gibt eine Handvoll an Premium-Whiskys zu kaufen, die drei, vier, fünf oder noch mehr Jahrzehnte reifen durften. Klar, dass man für einen mehr als 50 Jahre alten edlen Tropfen viel Geld ausgeben sollte, denn schließlich zeugt er von reichlich Aufwand und Anspruch. Wertvolle Whiskeys aus den USA sind viel jünger, denn Bourbon reift in der Regel nur ein paar Jahre. Schon alles, was an die fünf bis zehn Jahre ruhte, wird als hochwertiger, begehrter und charaktervoller angesehen und ist dementsprechend kostspieliger. Dasselbe gilt für Irish Whiskey. Bei dieser Kategorie lässt es sich zudem noch beobachten, dass der Single Malt und pot still Whiskey höherpreisiger ist als der allgegenwärtige, im großen Stile produzierte Blended Whiskey. Zudem ist in Irland eine Art Monopol zu beobachten, denn unter dem Firmenzusammenschluss der Irish Distillers wird der Großteil aller Whiskeys hergestellt. Premium Whiskeys stammen teilweise von den sehr wenigen unabhängigen, privat geführten Familienbetrieben. Junger, aber hochwertiger Whiskey ist übrigens auch aus Deutschland erhältlich, u. a. der Slyrs Whisky aus Bayern, der mit viel Liebe zum Detail hergestellt wird und Seltenheitswert genießt.
Will man wertvolle Whiskys kaufen, sollte man zudem einen Blick auf die limitierten Sondereditionen werfen. Eine Limited Edition weist meist ebenfalls einen hohen Reifegrad auf, doch dies ist nicht zwingend. So kann es sich auch um den Inhalt eines besonders kostbaren Fasses – also quasi um eine spezielle Einzelfassabfüllung – oder um einen Blend aus mehreren besonderen Fässern handeln. Daneben ist eine limitierte Abfüllung z. B. eine Jahrgangsedition (Vintage Whisky), stammt von einer inzwischen geschlossenen Destillerie oder einem Betrieb, der sich sonst nur dem Grain Whiskey widmet und nur einen Single Malt anbietet. Teurer Whisky in der Form einer Limited Edition mag darüber hinaus selten sein, weil er von einer so gut wie unbekannten oder beinahe inaktiven Brennerei destilliert und von einem berühmten unabhängigen Abfüller auf den Markt gebracht wurde.
Guter Whiskey mit einer hohen Qualitätist nicht zuletzt daran erkennbar, dass auf eine Kühlfiltration und auf künstliche Farbstoffe verzichtet wurde. Mitunter handelt es sich um einen Cask Strength Whisky, der in Fassstärke abgefüllt wurde, statt dass sein Charakter durch das Verdünnen mit Wasser etwas "verfälscht" wurde. Des Weiteren ist ein nobler Single Malt oft in verschiedenen Fassarten gelagert worden. Neben Bourbonfass (und Sherryfass) beherbergte ihn beispielsweise ein Portwein-, Cognac-, Wein- oder Madeirafass bei einem veredelnden Finishing.