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Ardbeg

Ardbeg

Auf der Insel Islay, die zu den Hebriden gehört, hat die Brennerei Ardbeg ihren Sitz. Viele setzen sie mit Islay Whisky gleich, obwohl reichlich Konkurrenz vorhanden ist. Was zeichnet Ardbeg Whisky aus und stellt sicher, dass der Hersteller sich gegen all die Wettbewerber behaupten kann?

Die Destillerie Ardbeg wurde im Jahre 1815 von John McDougall gegründet, wobei sich vermuten lässt, dass schon Jahrzehnte zuvor am selben Standort illegal Whisky gebrannt wurde. Islay ist Teil der westlich von Schottland im Atlantik gelegenen Inselgruppe der Inneren Hebriden und beheimatet rund zehn Destillerien. Sie wird innerhalb der schottischen Whiskyregionen separat von den anderen Inseln betrachtet und ist circa 200 Quadratmeilen groß. 2015 feierte der Betrieb Ardbeg sein 200. Firmenjubiläum, womit er zu den wirklich alten Brennereien gehört. Den klangvollen Namen wählte man, weil das Anwesen sich auf einer kleinen Anhöhe (ard bheag in Schottisch-Gälisch) befand. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Ardbeg Destillerie von mehreren Generationen derselben Familie geleitet. Hiram Walker und Allied Distillers nahmen sich dann der Produktion an. Sowohl in den 80er-Jahren als auch in den 90er-Jahren musste man den Betrieb schließen, doch man gab sich nicht geschlagen. 2004 stellte einen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte dar, denn sowohl Ardbeg als auch Glenmorangie (vom selben Besitzer) gingen an den Luxusgüterkonzern Moët Hennessy Louis Vuitton über.

Die Ardbeg Whisky Distillery befindet sich in der Nähe zweier weiterer bekannter Destillerien – Lagavulin und Laphroaig – und liefert seit jeher begehrten Inselwhisky, der mit Liebe zum Detail hergestellt wird. Im Vergleich zu den großen Nachbarn produziert man nicht einmal die Hälfte und agiert nach der Devise "Klasse vor Masse", was mit ein Grund für den internationalen Erfolg ist. Die Whiskybrennerei Ardbeg aus Islay verlässt sich auf jeweils ein wash still und ein spirit still und bringt es jährlich auf eine Kapazität von nur einer Million Litern Whisky, was sie zu den kleineren Betrieben macht. Der Loch Uigeadail und der Loch Arinambeast liefern das Wasser für die Destillation, und das Gerstenmalz bezieht man von der Port-Ellen-Mälzerei, die im Süden derselben Insel ihren Sitz hat.

Ardbeg bei selected spirits

Whisky von Ardbeg

Kennzeichnend für Ardbeg Whisky von der Insel Islay ist sein hoher Gehalt an Torf und Rauch. Der charaktervolle Islay Malt besitzt einen teilweise medizinischen Beiklang, was am relativ hohen Phenolgehalt liegt. Zitrusfrüchte und ein leicht maritimer Hauch sind weitere Markenzeichen von Ardbeg Single Malt Scotch Whisky. Die Qualitätsprodukte zeigen sich in der Regel von der vollmundigen und reichen Seite mit einem aussagekräftigen Aroma und einem harmonischen Geschmack. Manche Whiskys werden mit erhöhtem Alkoholgehalt abgefüllt oder wurden speziell veredelt und gehören ins obere Preissegment. Der Ardbeg Corryvreckan beispielsweise besitzt eine hohe Stärke von fast 60 % vol. und sollte mit etwas Wasser verdünnt oder in Mixgetränken genossen werden. Die klassische Alternative hierzu ist der Ardbeg Ten mit seinem Reifegrad von zehn Jahren, der als das Aushängeschild des Herstellers angesehen wird. Es hat sich bei der Destillerie Ardbeg eingebürgert, den Sondereditionen bedeutungsvolle Namen zu verleihen, die in der Produktpräsentation aufgegriffen werden und das Interesse an den Spirituosen erhöhen. Man nehme nur einmal den charaktervollen und eher hochpreisigen Ardbeg Uigeadail mit hohem Alkoholgehalt und ebenso hohen Bewertungen. In der Whisky-Bibel von Jim Murray erhielt die Abfüllung aus Islay rekordverdächtige 97,5 Punkte von 100 – und das hat bisher kein anderer Scotch geschafft.

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