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Romano Levi - Neive Grappa

Romano Levi - Neive

Grappa sind an sich schon speziell, denn sie heben sich als Tresterbrände von den Weinbränden und Obstbränden ab und sind alles andere als einfach herzustellen. Wer auf noch mehr Anspruch und Andersartigkeit Wert legt, für den ist edler Grappa aus dem Hause Levi das Richtige. Jede einzelne Flasche gilt als Unikat. Woran liegt das?

Romano Levi bei selected spirits

    Romano Levi

    Romano Levi kam quasi von Kindesbeinen an mit dem Grappa in Berührung. Sein Vater gründete in den 20er-Jahren eine Brennerei in der Ortschaft Neive im Piemont. Da beide Eltern nicht viel später verstarben, übernahm Levi den Betrieb im Alter von 17 Jahren. Zeit seines Lebens verschrieb er sich der Grappaproduktion und machte sich dabei so gar nichts daraus, wie die Konkurrenz vorging. Mit nur einem einzigen Brennkessel und mit speziellen Tresterresten der verschiedensten Rebsorten aus dem Weinbaugebiet Piemont in Italien machte er sich daran, Grappa nach ganz eigenem Stil zu brennen. In den 60er-Jahren entschloss er sich dazu, endgültig einen "Ein-Mann-Betrieb" zu führen und nichts mehr dem Zufall zu überlassen: Er beschriftete fortan alle Etiketten der schlichten Glasflaschen von Hand und versah sie mit wichtigen Produktinformationen sowie kleinen Zeichnungen. Kurze Sprüche oder philosophische Aussagen gesellten sich oft zu den bunten Skizzen mit Strichfiguren, Blumen und anderen Symbolen wie Sternen. Das ist ein Grund, warum teurer Grappa von Romano Levi so kultig ist: Jedes Etikett ist leicht anders als der Rest, und keines erinnert auch nur entfernt an die standardmäßigen Etiketten von Spirituosenflaschen aus dem Handel.

    Romano Levi ließ sich Zeit seines Lebens lediglich von seiner Schwester Lidia unter die Arme greifen. Sie wich nicht von seiner Seite und prägte die Marke im Laufe der Zeit ebenso. Tresterbrände aus dem Hause Levi, die mit dem Zusatz "Grappa con erbe" versehen wurden, sind von ihr beeinflusst worden. Levis Schwester hat nämlich im Umland Kräuter gesammelt und diese in die Flasche gegeben. Die lange Mazeration der pflanzlichen Bestandteile im Alkohol hat zu einer Aromenabgabe geführt, sodass solch edler Romano Levi Grappa noch andersartiger ist.

    Vieles rund um hochpreisigen Grappa der Brennerei Levi – von Levi Serafino gegründet und von Romano Levi national und international bekannt gemacht – ist ein wenig unklar bis sogar mysteriös. Man nehme nur einmal die "Donna selvatica", die namentlich und als Frauenfigur oder Frauengesicht auf Romano Levi Grappa der Kategorie 3 erwähnt wird. Manche meinen, damit sei die imaginäre Ehefrau Levis gemeint, denn der Brennmeister heiratete niemals. Andere sind der felsenfesten Überzeugung, es handle sich bei der – im Italienischen Donna selvatica genannten – wilden Frau um seine Schwester mit ihrer Liebe zur Natur. Eine genaue Antwort auf die Frage, wer sich hinter der legendären Gestalt verbirgt, gibt es nicht. Ebenso wenig weiß man genau, was sich Levi bei den kryptischen Bemerkungen auf den Etiketten von Romano Levi Grappa der Kategorie 2 gedacht hat. Selbst fragen kann man ihn nicht mehr, denn er verstarb 2008 im Alter von 80 Jahren.

    Zu Lebzeiten soll Levi darauf bestanden haben, dass jeder Kunde nur eine einzige Flasche seiner Grappa erhielt. Er hat also wohl erkannt, wie speziell seine Tresterbrände sind. Die Nachfrage war schon immer hoch und ist nach seinem Tod noch gestiegen. Kennzeichnend für die authentischen Qualitätsprodukte mit Seltenheitswert ist, dass sie in fast allen Fällen mit einem erhöhten Alkoholgehalt abgefüllt wurden. Man kann beim Trinken raten, welche Rebsorten wohl den Trester für die Destillation lieferten, denn darüber hüllte sich der Grappaexperte in Schweigen. Edler Grappa vom Hersteller Levi aus dem Piemont ist in drei Rubriken eingeteilt. Kategorie 1 umfasst simplere Etiketten und 95 % der Flaschen. Kategorie 2 beinhaltet nur 4 % der Grappaflaschen und regt dank gewitzten Verzierungen und kleinen Gedichten zum Sinnieren ein. Kategorie 3 mit dem restlichen 1 % der limitierten – nun nicht mehr fortgeführten – Produktion ist der Donna selvatica gewidmet. Manche der Etiketten wurden auf kariertem oder verblichenem Papier notiert, und jedes ist von Hand ausgerissen, sodass die Flaschen wirklich Sammelwert besitzen.

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